Was, wie und wo?
Die aktuelle Debatte um die „2-Stunden“-Causa geht wieder einmal am Kern vorbei und die entscheidenden Fragen des Wie, Was und Wo unterrichten LehrerInnen werden wenn, dann nur in Nebensätzen angesprochen. Dass diese Fragen, ihre aktuelle Beantwortung und wie die Antworten zukünftig aussehen sollen, aber nicht Neben-, sondern Hauptsache sein sollten, wird vergessen. Schade, denn die Antworten und die daraus folgenden Ableitungen würden zu einer Bewegung im Schulsystem führen – zumindest theoretisch.
Was
Die Schule von heute basiert immer noch auf den Ideen von gestern. Nicht der formelle, durch den Lehrplan bestimmte Stoff ist von gestern (Ausnahmen gibt es hier natürlich mehr als zur Genüge), sondern was der/die einzelne LehrerIn unter Stoffvermittlung und seinen/ihren „Auftrag“ im Schulsystem und in der österreichischen Gesellschaft sieht. Unter Stoffvermittlung verstehen viele, und da ist das jetzige System die perfekte Argumentationsgrundlage, eine reine Abfertigung. Abfertigung im Sinne des „Durchboxens“ von Lehrinhalten und des Absitzens der Unterrichtszeit. Ein Auftrag, für und in der österreichischen Gesellschaft wird auch nicht gesehen, da weder nach einem gefragt wird noch einer gegeben wird – aus beidseitigem Desinteresse. Denn ein Auftrag bedeutet für beide Seiten Verantwortung, und diese wird zwar jeweils bei den anderen gesehen, aber nicht bei sich selbst wahrgenommen.
Wie
LehrerInnen arbeiten in einer eigenen isolierten Welt, der geschützte Raum Schule ermöglicht dies. Geschützt werden LehrerInnen dadurch, dass sie nie kontrolliert werden, ihre Arbeit nie evaluiert wird und es daher auch keine Aber auch dadurch, dass Schule zwar mit der Realität der Gesellschaft konfrontiert wird, aber diese problemlos ausblenden kann, denn im heutigen Schulsystem existieren nur Gruppen, denen zugeteilt wird (ob Noten, Stärken oder soziale Hintergründe) und nicht einzelne Individuen.
Wo
Ob Container- Legebatterie- oder 25-Personen-Betonwürfelklassen macht keinen wesentliche Unterschied mehr, denn gelernt wird da wie dort nicht, und wenn, dann nur auswendig und punktuell. Der Ort, an dem Bildung stattfinden soll, entscheidet über Qualität und Quantität jener. In Österreich sieht es somit also nicht gerade rosig aus, im Gegenteil: grau und demotivierend, wie die Schulen auch. Denn Schule ist im Moment nichts anderes als ein Ort, mit mehreren Tischen, doppelt sovielen Sesseln und einer Handvoll Getränkeautomaten. Kein Ort der Forschung, der verschiedensten Interessen und Talente und auch kein Ort der Begegnung.